Camping ist etwas für Naturburschen, denen es nichts ausmacht, sich die Sanitäranlagen mit 50 wildfremden Menschen zu teilen – so die etwas verkrustete Ansicht über das Urlauben unter dem Sternenhimmel. Dass dieses Image längst nicht mehr zutrifft, beweist die neue Modeerscheinung aus den Vereinigten Staaten: Glamping ist „in“.
Ferien in All-Inclusive-Jurten – Luxus-Camping
Über 100 Quadratmeter Wohnfläche, Roomservice und Frühstücksbuffet passen nicht auf einen Campingplatz? Weit gefehlt. Viele Stellplatzbetreiber bieten ihren Gästen eben jene Annehmlichkeiten und lassen es damit noch lange nicht genug sein. Einzelbäder, ein eigener kleiner Garten mitsamt feststehendem Barbecue-Grill und zelteigenem Koch können ebenso gemietet werden. Außerdem besucht man im Hauptgebäude das Wellnesszentrum, lässt sich in Whirlpools gleiten oder bestellt den Masseur gar in die eigenen vier Zeltwände zur Lomi Lomi Behandlung. Nach dem Prinzip: „Alles geht, aber nichts muss“ verführt der neue Camping-Chic zu einem unvergesslichen Aufenthalt im Grünen.

Luxus-Camping auf vier Rädern
Wer regelmäßig mit dem Zelt oder dem Wohnwagen unterwegs ist, hat gewiss schon Bekanntschaft mit einem „Dickschiff“ gemacht. Diese nonchalante Bezeichnung meint ein Wohnmobil von rund zwölf Metern Länge, in dem vom Flachbildfernseher bis zur eigenen Badewanne alles nur Erdenkliche zur Verfügung steht. Der Kaufpreis bewegt sich zwar in Eigenheimdimensionen, doch prinzipiell meint ein Dickschiff auch nichts anderes. Immer mehr Campingplätze richten sich auf diese Fahrzeuge ein und verbreitern ihre Einfahrten und Parzellen. Ob zum Überwintern an die Algarve oder für den Wochenendtripp zum nächsten Baggersee – in einem Dickschiff fühlt man sich wie zu Hause.
Einige Modelle offerieren sogar die Möglichkeit, einen kleinen PKW mitreisen zu lassen. Im Heck steht eine „Garage“ zur Verfügung, von der aus man Tagesausflüge unternimmt. Das Wohnmobil parkt derweil auf dem Campingplatz, in Sicherheit sozusagen und man selbst erkundet die nähere Umgebung im b. Allerdings: Will man diese Art Luxus genießen, muss man über einen Busführerschein verfügen.
Ein unverwechselbarer Mix – Glamping
Inwieweit man es mit dem Luxus-Camping treibt, bleibt jedem Reisenden selbst überlassen. Den Kochlöffel eigenhändig zu schwingen ist ebenso wenig verboten wie das Benutzen des Gemeinschaftsraumes. Schätzt man es innen wohlig und außen urig – kein Problem. Die Schlafstadt im King-Size-Format und der Klappstuhl aus dem Camping-Fachhandel bilden keinen Widerspruch. Draußen vorm Bus gemächlich in der Sonne zu sitzen, dem Wind zu lauschen und dabei auf dem Holzkohlegrill ein paar Würstchen schmoren zu lassen passt hervorragend zur dickschiffeigenen Hifi-Anlage. Den gängigen Camper und den gutsituierten Glamper verbindet wesentlich mehr als sie trennt.
Allen Campingplatzgästen gemein ist, dass sie auf Reisen die Nähe zur Natur suchen und inmitten weiter Wiesen oder malerischer Täler übernachten möchten. Ob man dies im Schlafsack oder in einem Designerbett tut, ist prinzipiell völlig bedeutungslos. Das optische Verwöhnprogramm der pittoresken Landschaft bekommen alle geboten – kostenlos.
Zurück zu den Wurzeln – Ferien wie anno dazumal
Viele heutige Glampingfreunde haben die Urlaube ihrer Kindheit in undichten Zelten und auf unbequemen Luftmatratzen verbracht. Der neue Trend in puncto Campingplatz bindet die Nostalgie dieser abenteuerlichen Familienurlaube mit ein und setzt ihr ein anspruchsvolles, gediegenes Sahnehäubchen der Extraklasse auf.
Bildquelle: shutterstock.com – Steve Buckley

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