Genießerurlaub für Weinkenner an der Mosel

Von ihren bescheidenen Anfängen in Frankreich bis zur Mündung in den Rhein wird die Mosel von Weinanbauflächen gesäumt und fungiert deshalb als Eldorado für Liebhaber des Rebensafts. Zauberhafte Landschaften, schmucke Winzerdörfer und regelmäßige Weinfeste machen einen Aufenthalt zum unvergesslichen Erlebnis!

Ein Winzerdorf zum Mit-der-Zunge-Schnalzen: Winningen

Bereits zum wiederholten Male wurde die an der Untermosel gelegene Gemeinde in die Rangliste der schönsten Dörfer der Republik gewählt. Beschauliche Gassen und das satte Grün der weitläufigen Weinlagen dominieren das Antlitz Winningens und locken alljährlich viele tausende Weinkenner in das kleine Dorf. Schließlich gelten die hier angebauten Jahrgänge als die besten der Welt.

Das Gros der Winninger Reben gehört zur Sorte Riesling und kann alljährlich stilvoll beim „Moselfest“ verkostet werden. Lokale Winzer stellen dann ihre Produkte vor, in den Straßen rund um den sehenswerten „Weinhexbrunnen“ plaudern fröhliche Gästescharen an langen Tafeln und von mehreren Bühnen schallen musikalische Darbietungen herüber. Höhepunkt des zehntägigen Festes ist das Abschlussfeuerwerk. „Die Mosel im Feuerzauber„, so das Motto der Veranstaltung, erleben und genüsslich ein Gläschen in den Händen halten – Winningen bietet stimmungsvolle Reiseerinnerungen. Eben solche sammeln Urlauber auch auf dem 1,2 Kilometer langen Weinlehrpfad der Gemeinde, der durch die Lage Winninger Domgarten führt.

Sehenswertes und Weinseliges entlang der Mosel

Unweit der französischen Grenze liegt Trier. Als vermutlich älteste Stadt Deutschlands versteht sie es Reisende mit ihren römischen Bauten zu verzaubern. Unumstrittenes Wahrzeichen Triers ist die Porta Nigra. Das vormalige Stadttor war dereinst gelblich-grau und dunkelte erst im Laufe der Jahrhunderte durch die Verwitterung des Sandsteins nach. So ist der Name Porta Nigra frühestens ab dem Mittelalter belegt – die Römer hingegen widmeten es ihrem Kriegsgott und nannten es „Marstor“.

Wer noch mehr über die Geschichte der Region erfahren möchte, geht ins Rheinische Landesmuseum Trier. Dort ist auch das sogenannte Neumagener Weinschiff ausgestellt. Als Skulptur für das Grabmal eines römischen Weinhändlers im zweiten Jahrhundert nach Christus von einem antiken Künstler entworfen, bezeugt es, dass schon damals das Geschäft mit dem Rebensaft florierte. Weiter flussabwärts begegnen die Reisenden den bizarren Flanken des Calmont. Mit rund 70 Prozent Neigung gehört der Bremmer Calmont zu den steilsten Weinlagen der Welt. Passionierte Kletterer können dem vom deutschen Alpenverein ausgewiesenen Steig folgen.

Straußen, Schängel und ein schöne AussichtenBlick aufs Moseltal

Auf einer Anhöhe über Cochem thront die weitum sichtbare Reichsburg. Mit ihren Giebeln, Türmchen und Erkern präsentiert sie sich ihrem Betrachter gleichsam einem Märchenschloss und offeriert einen fantastischen Rundblick auf die Mosel. Bis an die dicken Festungsmauern reichen die Weinstöcke heran, deren Erzeugnisse in der stilvollen Burgschenke verkostet werden können. Mittelalterliches Flair inklusive!

Egal, ob als End- oder Startpunkt einer Moselreise: An Koblenz kommt kaum ein Feriengast vorbei. Im Hof des Rathauses spuckt die Brunnenfigur eines kleinen Jungen keck eine Wasserfontäne Richtung Betrachter: Dem Schängel, sprich Schlingel, wurde damit ein deutschlandweit einzigartiges Denkmal gesetzt.

Nach einer erlebnisreichen Radtour entlang der Mosel oder im Anschluss an einen Museumsbesuch braucht es Entschleunigung. Jene finden Urlauber in den traditionsreichen, bodenständigen Straußenwirtschaften. Die nur zeitweilig geöffneten Gaststätten gehören Winzern, die ihre edlen Tropfen gleich selbst servieren und mit kräftigen, einfachen Speisen wie Spundekäs, Wurstsalat oder Schlachtplatte kombinieren.

Ein Paradies für Genussreisende: die Mosel

Gaumenfreuden und wunderschöne Landschaften sind die Markenzeichen des sich stark windenden Rheinzuflusses. Höhenwege auf den Moselhängen verwöhnen mit atemberaubenden Impressionen und unten in den hübschen Dörfern und Städten wird Gastfreundschaft und Geselligkeit groß geschrieben.

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