Kletterurlaub in Deutschland: Die besten Outdoor-Gebiete

Nach den winterlichen Trainingseinheiten in den Kletterhallen laden ab dem Frühjahr wieder die attraktiven Reviere zwischen Harz und Kampenwand zu Freiluft-Erlebnissen ein. Bei einem Kletterurlaub in Deutschland trifft man auf die unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade und genießt einzigartige Panoramen.

Ein Kletterurlaub im Süden

Die Höhenzüge zwischen den Berchtesgadener und Allgäuer Alpen werden von unzähligen Klettersteigen durchzogen. Eines der bekanntesten Gebiete erwartet Reisende rund um den Kochelsee. An dreißig Wänden, in denen 500 verschiedene Routen begangen werden können, finden gerade erfahrene Sportler ein Eldorado vor.

Alleine die Atlantiswand vereint sage und schreibe 80 mögliche Durchsteigungen auf sich und ist mit ihren zumeist überhängenden Wänden gewiss kein Kinderspielplatz. Unten an der Atlantis durchklettern Spezialisten zwei der schwersten Boulder der Welt: Den „Monkey and Man“ sowie den „Assin-Felsen“.

Etwas gemütlicher, aber landschaftlich ebenso spektakulär geht es auf der Kampenwand über dem Chiemsee zu. Der 1669 Meter hohe, bizarr-gezackte Felsklotz bietet eine schier unerschöpfliche Anzahl an Routen. Ab der malerischen Steinlingalm gelangt man innerhalb weniger Gehminuten zu einigen Einstiegsstellen und kann dabei immer wieder das Antlitz des bayerischen Meeres und des Alpenvorlands inhalieren. Die Kampenwand gilt als traditionsreiches Revier und ist daher für Anfänger genauso wie für echte Profis ein Genuss.

Video: Kampenwand

10.000 Routen und jede Menge Dolomit – an den Felsen des Fränkischen Jura

Kaum ein anderes Klettergebiet dieser Erde ist so hervorragend erschlossen, wie jenes der Fränkischen Schweiz. Bei einem Kletterurlaub in den Tälern zwischen Nürnberg, Bamberg und Amberg steht man vor griffigen Felsnadeln aber auch unterhalb scheinbar unbezwingbarer, glatter Hänge. Aus allen Teilen der Welt pilgern passionierte Sportler hierher, um ihr Können zu verbessern und mit anderen Kletterern ins Gespräch zu kommen. Obwohl man den Kletterurlaub in Deutschland verbringt, trifft man also auf ein international hochkarätig besetztes Publikum und lernt Gleichgesinnte aus den USA, Asien oder Australien kennen.

Am Rodenstein hat man die Wahl zwischen 49 unterschiedlichsten Routen, die allesamt im Schwierigkeitsgrad 8+ angesiedelt sind. Besonders beeindruckend ist der Aufstieg über die sogenannte Edelweißkante. Das unumstrittene Mekka für Sportkletterer ist die schmucke Stadt Pottenstein. Steile Wände und mehrere Burgruinen thronen über den Fachwerkhäusern und machen den Kletterurlaub auch zum Kulturerlebnis.

Sachsen und Schwaben – Klettern auf höchstem Niveau

Das Elbsandsteingebirge unweit von Dresden lockt Furchtlose und Wagemutige aus ganz Deutschland an. Auch wenn für die Kleine und Große Herkulessäule ein Erschließungsverbot für neue Routen besteht, darf aus insgesamt 22 Aufstiegsvarianten gewählt werden. Beide Felsnadeln machen auf Wanderer und Spaziergänger einen instabilen, sprich wackeligen Eindruck und sind deshalb bei erfahrenen Kletterern ein besonders beliebtes Fotomotiv – vor allen Dingen, wenn sie winkend vom Gipfel grüßen!

Schwabens bestes Revier versteckt sich im romantischen Blautal. Steil, nicht selten senkrecht und mit Plattenfelsen durchsetzt ist die Region vorrangig für echte Kenner zu empfehlen. Mehrere Routen führen zur Ruine Hohengerhausen, dem sogenannten Rusenschloss hinauf und verlangen den Sportlern allzeit höchst Konzentration ab. Gleiches gilt für die Blautalwand, deren schwierigste Passage die „Erregungskurve“ erst von wenigen Ausnahmesportlern durchstiegen werden konnte. Anfänger versuchen sich am Spitzen Stein oder am Katzenloch.

Das Paradies vor der Nase

Passionierte Bergsteiger müssen nicht um die halbe Welt jetten, um auf hervorragende Reviere zu treffen. Bei einem Kletterurlaub in Deutschland begegnet man Felsen aller Kategorien und braucht dafür keine langen Anreisen in Kauf zu nehmen. Im Harz, Odenwald oder hoch über der Altmühl darf man sich beispielsweise als Gipfelstürmer fühlen!

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