Kreuzfahrtschiff in Arktis

Kreuzfahrt durch die Antarktis – Naturwunder hautnah

Ushuaia, die südlichste Stadt Argentiniens fungiert als Ausgangspunkt für Reisen in die scheinbar endlose Eiswüste des Südens. Dass die abgelegenste Landmasse der Erde auch zauberhafte Farbenspiele jenseits des leuchtenden Winterweiß‘ zu bieten hat, erfahren Passagiere bei einer Kreuzfahrt in die Kälte.

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Der Weg gen Antarktika

Gleich hinter dem Kap Hoorn endet die Zivilisation. Die Arktis-Kreuzfahrtschiffe fahren hinaus auf die offene, raue See und begeben sich damit in Richtung des einzigen Kontinents des Globus, auf dem es weder Städte noch dauerhafte Bewohner, geschweige denn eine Infrastruktur gibt. Nichts als kilometerdickes Eis, einige stille Buchten und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt erwarten die Reisenden.

Dem südamerikanischen Kontinent am nähsten liegt die Antarktische Halbinsel. Jene reckt sich auf einer Länge von 1200 Kilometern hinaus ins Meer. Nach einem kurzen Aufenthalt auf den Falklandinseln sowie in Südgeorgien werden die Reisenden erstmals mächtige Eisberge vor dem Schiffsbug auftauchen sehen. Täglich brechen hunderte, manchmal tausende dieser vergänglichen Inseln vom Eispanzer der Antarktis ab und machen sich auf den Weg gen Norden. Manche schneeweiß, andere von einem gleißend hellen Blau dominiert, legen sie nicht selten Distanzen von Zehntausend Kilometern zurück. Die Passagiere sollten ihre Kameras griffbereit halten – die Formationen der Eisberge sind atemberaubend!

„Land in Sicht!“ – Die Ankunft auf dem Weißen Kontinent

Der Horizont verliert sich zwischen dem kobaltblauen Schimmer des Meeres und den wenigen eisfreien Buchten der Antarktis. Immer näher rücken die Berge, Schneefelder und Gletscher und lassen in den Reisenden die Aufregung in dem Maße ansteigen, in welchem das Thermometer unaufhörlich sinkt. Ein kühler Wind treibt plätschernd die Wellen vor sich her und kurz bevor das Schiff vor Anker geht ertönt ein tiefes, unheimliches Grollen.

Mit einem ohrenbetäubenden Knacken löst sich ein Eisberg aus dem wuchtigen Schild und stürzt mit einem Rutsch ins schäumende Wasser. Dieses schwappt aufgeregt hin und her und schaukelt das Kreuzfahrtschiff samt den staunenden Passagieren. Gleich neben dem eben entstandenen Eisbrocken taucht der Rücken eines gigantischen Wals auf. Der friedliche Meeressäuger ist nicht alleine unterwegs! Mehrere Artgenossen schicken ihren Blas gen Himmel und zeigen den Reisenden bereitwillige ihre marmorierte Schwanzflossen!

Ein Spaziergang durch die Hope Bay

Ganz im Norden der Antarktischen Halbinsel tut sich die fünf Kilometer lange Hope Bay auf. An keinem anderen Ort des Südpolarmeeres begegnen den Reisenden mehr Pinguine. Die kleinen, putzigen Frackträger watscheln ungelenk auf den großen Kieselsteinen des Strandes umher und scheinen sich überhaupt nicht an den menschlichen Besuchern zu stören. Neugierige wagen sich sogar bis auf wenige Meter an die Kreuzfahrer heran und beäugen jene aufmerksam.

So unbeholfen der Gang der Adelie- und Kaiserpinguine an Land auch wirken mag – tauchen die Tiere in den Ozean ein, versprühen sie eine anmutige Eleganz. Pfeilschnell und stromlinienförmig gehen sie auf Beutejagd und hüpfen anschließend in einem Satz zurück auf die Eisklötze am Ufer. Weiter südlich erhebt sich direkt an der Küste der Mount Scott und bildet doch nur die Vorhut der bis zu 4892 Meter hohen Berge. Wer allerdings den Mount Vinson, den höchsten arktischen Gipfel erklimmen möchte, braucht eine hervorragende Kondition und viel Expeditions-Erfahrung.

Abenteuer Antarktis: Eine Kreuzfahrt ins Paradies!

Raue Küsten, wilde Tiere und die Abwesenheit des Homo Sapiens lassen die Allmacht der Natur mit allen Sinnen erfassen. Auf diesem scheinbar öden und doch so belebten Fleckchen Erde bleibt der Mensch allzeit nur geduldeter aber völlig verzückter Gast.

Titelbild: © istock.com – Volodymyr Goinyk


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